Was bedeutet Einfache Sprache?
Einfache Sprache erzählt die ganze Geschichte, nur anders
Einfache Sprache ist eine Form des Deutschen, die Texte leichter lesbar macht. Die Sätze sind kurz und klar gebaut. Die Wörter sind bekannt und konkret. Schwierige Begriffe bleiben im Text und werden erklärt. So bleibt der Inhalt vollständig erhalten. Ein Roman in Einfacher Sprache ist deshalb derselbe Roman. Er klingt nur anders. Die folgenden Abschnitte zeigen, was Einfache Sprache ausmacht und welche Regeln für Bücher gelten. Außerdem geht es darum, für wen sie gedacht ist.
Einfache Sprache behält alle Inhalte und erklärt schwierige Wörter
Ein Text in Einfacher Sprache enthält alle Informationen, die auch im Ausgangstext stehen. Nichts wird weggelassen oder vereinfacht erzählt. Verändert wird nur die Form. Lange Sätze werden geteilt, und ungewohnte Wörter werden durch bekannte ersetzt. Ein Fachwort, das für die Geschichte wichtig ist, bleibt im Text. Es wird aber beim ersten Auftreten erklärt. Der Text bleibt dabei ein zusammenhängender Text. Nebensätze sind erlaubt, solange sie nicht ineinander verschachtelt sind.
Für Bücher in Einfacher Sprache gelten feste Regeln für Sätze und Wörter
Jeder Satz enthält nur einen Gedanken und hat höchstens etwa 15 Wörter. Die Sätze stehen im Aktiv. Die Grundzeit ist das Präsens. Was früher passiert ist, steht im Perfekt. Die Möglichkeitsform wird nur selten benutzt. Die Wörter sind kurz, bekannt und konkret. Bildhafte Vergleiche und Abkürzungen kommen kaum vor. Auch für den Aufbau gibt es Regeln. Die Handlung wird in der richtigen zeitlichen Reihenfolge erzählt. Haupthandlung und Nebenhandlung werden getrennt. Vorwissen wird nicht vorausgesetzt, Beispiele helfen beim Verstehen. Längere Texte sind in sinnvolle Absätze geteilt. Auch die Gestaltung hilft beim Lesen. Die Schrift ist groß, und es gibt viel freien Raum auf der Seite. Die Zeilen sind kurz und enden dort, wo auch ein Gedanke endet.
Einfache Sprache ist für viele Menschen gedacht, nicht nur für wenige
Bücher in Einfacher Sprache helfen Menschen mit Lese- oder Lernschwierigkeiten. Ebenso helfen sie Menschen, die Deutsch lernen. Ein Beispiel ist eine Frau, die seit zwei Jahren in Deutschland lebt. Im Alltag kommt sie gut zurecht. Einen Roman im Original liest sie noch mühsam. In Einfacher Sprache kann sie der Geschichte folgen. Auch Menschen mit wenig Lesepraxis profitieren. Das gilt etwa für einen Jugendlichen, der lange kein Buch zu Ende gelesen hat. Der Spaß am Lesen Verlag ordnet seine Bücher nach Leselevel. Level 2 entspricht den Sprachstufen A2 bis B1, Level 3 der Stufe B1. Diese Stufen stammen aus dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen. Er beschreibt, wie gut jemand eine Sprache beherrscht. B1 heißt zum Beispiel, dass jemand vertraute Alltagsthemen gut versteht.
Typisch Einfache Sprache
Einfache Sprache macht Texte leichter lesbar.
Alle Inhalte des Ausgangstextes bleiben erhalten.
Ein Satz enthält einen Gedanken und höchstens etwa 15 Wörter.
Schachtelsätze und Einschübe kommen nicht vor.
Die Sätze stehen im Aktiv und im Präsens, Vergangenes im Perfekt.
Die Wörter sind kurz, bekannt und konkret.
Schwierige Wörter werden erklärt, nicht weggelassen.
Die Handlung wird in zeitlicher Reihenfolge erzählt.
Große Schrift, kurze Zeilen und viel freier Raum erleichtern das Lesen.
Einfache Sprache ist gedacht für Menschen mit Lese- oder Lernschwierigkeiten, für Menschen, die Deutsch lernen und für Menschen mit wenig Lesepraxis.